Soso.

Man sollte sich ja nach 15 Jahren, in denen man ins Palazzo geht, nun an Closing-Partys gewöhnt haben. Man gewöhnt sich aber nicht ans sterben.

Ihr kennt das Palazzo nicht ? Schämt euch ! Und danach klickt ! H I E R ! !

Die Palazzomacher von WLM haben, nachdem es 2008 nach dem regulären Closing 2003 wieder weiterging, wohl zum allerletzten Tanz im Palazzo gerufen. Immerhin, das waren schon wieder 8 Jahre, in denen „wir“, dort feiern durften, auch wenn es nur 2 x im Jahre war. 2 x im Jahre seine nicht alltäglichen Freunde treffen, 2 x im Jahr dort sein, wo man hingehört. Ich für meinen Teil darf wirklich sagen, das es nach meinem Zuhause wohl der Ort in Bingen ist, an dem ich mich am wohlsten fühle (gefühlt habe). Umso trauriger habe ich diese Party empfunden. Diejenigen, die nicht diese Szene kennen, verstehen das nicht. Wir reden nicht von einer Diskothek, die halt „besonders beliebt“ war, sondern wir beschreiben hier einen Ort, der für manche Wohnzimmer, Lebensmittelpunkt oder „der Ort an dem man immerwieder zurückkehrt“ war. Für dich, Sie oder euch ist das die Kirche, das Elternhaus oder das alte Kinderzimmer. Hier verbindet ihr Errinerungen mit Emotionen, euer Leben lang. Für uns ist dass das Palazzo. Bis zum letzten Samstag.

Wer sich einen leichten Eindruck verschaffen will, wie es „bei uns“ war – klickt hier !

Der Laden war bis zum Erbrechen voll. Es passen maximal bis zu 2500 Menschen in den Club – wenige Tage vor der Party war auch das letzte Ticket ausverkauft. Als wir um kurz nach 0 Uhr dort ankamen, waren die Fensterscheiben in der Hall zum Vorraum bereits beschlagen, keine 2 Stunden später tropfte der Schweiss wieder von der Decke.Das Prozedere war wie immer dasselbe – Jacken an der Garderobe abgeben, Crew begrüßen und erstmal ne Runde drehen. Draussen regnete es wie aus Kübeln – der Himmel weinte. Deshalb war die Outdoorterrasse leider diesmal nicht wirklich nutzbar. Wen interessiert schon der Panoramablick auf den Rhein an diesem Abend ? Keinen. Eh dunkel draussen. Den Anfang in der großen Halle machte George Perry, danach kam Eric Sneo. Was im Houseraum los war, kann ich so genau gar nicht sagen – dort habe ich mich generell eher selten aufgehalten. Björn Torwellen und Kerstin Eden waren die letzten beiden Acts, die wohl im Palazzo (in der Hall) aufgelegt haben. Par excellence. Mit Vollgas in den Untergang.Mit einem Beat, geschätzt um die 140 BPM zerlegten erst Torwellen dann Kerstin ein allerletztes Mal den Laden. Um kurz nach 8 ging das Licht an und Kerstin spielte nochmal „Tanz der Familie“ – dann war Schluss. Die Crowd bettelte im Chor nach einer Zugabe – vergeblich. Grimmig blickende Türsteher fummelten am Mischpult rum, Kerstin rief zum Gruppenfoto. Dann versammelten sich alle Übrigen nochmal demonstrativ auf dem Tanzpodest, um dann nach und nach von den Türstehern irgendwie überzeugt zu werden, den Club zu verlassen. Ende, Schluss, das wars.

Palazzo forever

palazzo-abschluss